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Ohne Sünde fährt niemand ein!

Gerade zu diesem Song werde ich gerne gefragt, was es damit auf sich hat. Gerne schreibe ich ein paar Zeilen dazu. Hier erst mal der Text:

Ohne Sünde

Großer Raum – kleine Welt

Ein Sandkorn im Getriebe

Bin ein Nichts – bin ein Held

Ich weiß was ich Liebe

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Eure Bürde – macht mich klein

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Eure Bürde – macht mich klein

Lasst das sein!

Macht mich nicht klein

Lasst das sein!

Halte mich – lass mich los

Die Spur im Sand bleibt meine

Fühl’ mich klein – fühl’ mich groß

Ich tanz’ auch gern alleine

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Glaube – für dich allein

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Bete – für dich allein

Lass mich sein!

Lass den Stein!

Mach dich nicht klein!

In weiß – blutrot

Von Saul – zu Paul

Im Glück – in Not

Was reift – wird faul

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Jüngste Richter – könnt ihr nicht sein

Ohne Sünde – fährt niemand ein

Jüngste Richter – wollt ihr sein

Lasst das sein!

Macht euch nicht klein

Lasst das sein!

Wenn es um das Thema Glaube geht wird es heikel. Wenn man sich an Fakten halten kann, bedeutet eine Auseinandersetzung immer, dass es entweder darum geht einen nachvollziehbaren Standpunkt zu vertreten oder eine These zu belegen, bzw. zu widerlegen. Wenn Standpunkte nicht nachvollzogen werden können, weil sie sich einer Überprüfbarkeit entziehen oder Thesen nicht zu belegen, bzw. zu widerlegen sind, dann beginnt der Glaube. Und sich darüber auseinander zu setzen ist deutlich schwieriger. Natürlich möglich, allerdings nur dann befriedigend, wenn es nicht darum geht zu missionieren. Ein Austausch der Ansichten und Einsichten. Ein Kennenlernen des Anderen. In Respekt. Leider ist es oft nicht so. Nicht der Glaube, aber die Gläubigen sind oft ausgrenzend und beanspruchen Exklusivität die Wahrheit betreffend. Eine nicht zu belegende Wahrheit! Glaube eben. Und hier besteht oft keine Möglichkeit zu integrieren. Wenn jemand im Glauben fanatisch ist, holt ihn da kein Argument dieser Welt runter von. Glaube entzieht sich jeder Beleg-, bzw. Widerlegbarkeit. Trotzdem fordern fundamental Gläubige ein, dass ihre Wahrheit zum Gesetz wird und alle Menschen sich der Doktrin ihres Glaubens, so sie nicht freiwillig konvertieren, beugen.

Aber alle, ob gläubig oder ungläubig oder irgendwas dazwischen. Alle handeln ihren Glaubenssätzen bisweilen zuwider. Niemand handelt ohne Fehl und Tadel. Niemand ist über Moral und Ethik so erhaben, dass er nicht bisweilen andere durch sein Handeln verletzen, herabsetzen, demütigen oder ausgrenzen würde. Ich als Katholik hätte die Möglichkeit mich durch die Beichte von meinen moralisch und ethisch zweifelhaften Taten freisprechen zu lassen. Aber egal was auch kommen mag. Wenn ich diese Welt verlasse, gehe ich nicht als Heiliger, sondern als Sünder! Es gibt schwarz und weiß und viele Grautöne. Trotzdem bleibt ganz klar: Ohne Sünde fährt niemand ein!

Soweit mein inhaltlicher Antrieb den Song betreffend ;-). Mir gingen dabei alle möglichen Sachen durch den Kopf. Islamismus, IS, gottlose Pogrome, Inquisition, Missionierung, etc. Auch die vermeintlich kleinen Dinge, die unser aller Leben betreffen: Vertrauen, Macht, Gier, Neid, Selbsterhöhung und der damit einhergehenden Erniedrigung anderer. Und natürlich, dass es einem nicht möglich ist seine Prägung zu überwinden. Die Bürde des geprägten Glaubens hält einen mehr oder weniger fest in seinem Bann. Mir ist wichtig zu sagen, dass jeder seinen Glauben haben soll. Ich bin sogar der Ansicht, dass Glaube, besonders vor den Zeiten der Aufklärung, möglich macht und gemacht hat, dass große Gruppen verhältnismäßig friedfertig miteinander umgehen. Leider oft unter der Doktrin eines klerikalen Führers, der sich einen Scheiß um die Werte schert, deren Einhaltung er auch mit gewaltsamen Mitteln einfordert. Hier bin ich ganz bei Jesus – so wie ich ihn verstehe. Mich kotzen eher die großen Schweine an, als die kleinen Sünder. Auch halte ich Spiritualität  für ein Grundbedürfnis. Aber jeder so wie er es für richtig hält. Das ist Privatsache. Und wenn es öffentlichen Raum einnimmt, dann nur als Angebot. Niemals als Doktrin! Das gilt nicht nur für den Glauben, sondern für jede Weltanschauung.

Sündige Grüße

Joachim

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